Deutsches Tunnelportal: Rohbau fertig
Im Herbst 2023 begannen auf der deutschen Baustelle die Betonarbeiten am Tunnelportal, der Einfahrt in den Fehmarnbelt-Tunnel. Seitdem ist viel passiert: In der bis zu zwölf Meter tiefen Baugrube sind insgesamt 450 Meter Tunnel in offener Bauweise sowie 150 Meter Lichtübergangszone errichtet worden. Der rund 600 Meter lange Tunnelabschnitt an Land wurde in Segmenten gebaut. Für jedes Segment wurden Schritt für Schritt zunächst die Sohle, dann die Seitenwände und schließlich die Tunneldecke der einzelnen Abschnitte in konventioneller Bauweise betoniert. Die Betonage der letzten Tunneldecke wurde im Oktober 2026 abgeschlossen. Damit ist der Rohbau des Tunnelportals fertig.
"Es ist beeindruckend zu sehen, was hier auf der deutschen Baustelle innerhalb weniger Jahre entstanden ist. Viele Menschen aus unterschiedlichen Gewerken haben mit großem Einsatz daran gearbeitet. Auf diesen gemeinsamen Erfolg bin ich sehr stolz", sagt Matthias Laubenstein, Vertragsdirektor bei Femern A/S.
Ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zum fertigen Rohbau war der Rückbau des temporären Rückhaltedamms, der die Baugrube für das Tunnelportal lange begrenzt hat. Nachdem im Sommer 2024 die ersten 100 Meter des Tunnels in offener Bauweise fertiggestellt waren, wurde über diesem Abschnitt ein neuer Damm errichtet. In die Tunnelröhren des vordersten Tunnelabschnitts wurden Schotten eingesetzt, um sie wasserdicht abzuschließen. Anschließend konnte der Bereich zwischen den neuen Damm und dem temporären Rückhaltedamm geflutet und der Rückhaltedamm entfernt werden. Im Herbst 2024 war es dann soweit: Der vorderste Abschnitt des Tunnels in offener Bauweise lag unter Wasser. Hier wird später das erste Absenkelement auf deutscher Seite angeschlossen.
Seitdem ist der Tunnel in offener Bauweise von der Küste ins Landesinnere gewachsen. Neben dem Tunnelportal sind außerdem ein Portalgebäude, in dem später Tunneltechnik unterge-bracht wird, sowie Rampen entstanden, über die die Straße und Schiene in den Tunnel geführt werden.
Der Beton, der für diese Arbeiten verwendet wurde, hatte einen kurzen Weg: Er wurde im Betonmischwerk direkt vor Ort hergestellt. Das dafür benötigte Material wird zum Großteil mit Frachtschiffen über den Arbeitshafen Puttgarden, der seit Juli 2023 in Betrieb ist, angeliefert. Auf diese Weise werden LKW-Transporte über die Insel Fehmarn vermieden.
Am Rohbau des deutschen Tunnelportals finden nun noch Restarbeiten statt, beispielsweise an den Lichtschächten in der Lichtübergangszone. Gleichzeitig beginnen die Arbeiten in den Tunnelröhren. Unter anderem werden dort die Wände mit Brandschutzplatten verkleidet.
Bevor das erste Element auf deutscher Seite abgesenkt und mit dem Tunnelportal verbunden werden kann, werden zunächst noch weitere Elemente auf dänischer Seite abgesenkt und der Tunnelgraben vor der deutschen Küste vorbereitet.