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Projektstand

Die Baustelle bei Rødbyhavn

Die Tunnelfabrik 

Die große Fabrik bei Rødbyhavn, in der die 89 Tunnelelemente hergestellt werden, besteht aus insgesamt sechs Produktionslinien. Im Juli 2023 wurde dort das erste Tunnelsegment (ein Tunnelelement besteht aus neun Segmenten) betoniert. Mittlerweile steht in den drei Fabrikhallen die industrielle Fertigung der Tunnelelemente im Vordergrund. 

Die Produktion der Tunnelelemente in Rødbyhavn läuft dabei kontinuierlich weiter, sodass regelmäßig Standard- und Spezialelemente betoniert werden. Im Bereich vor den großen Produktionshallen folgen viele weitere Arbeiten an den fertig betonierten Elementen. Es werden verschiedene technische Installationen montiert, die für den Absenkvorgang benötigt werden. Auch die aus mehreren tonnenschweren Komponenten bestehenden Schotten werden eingebaut, die das Element vorn und hinten wasserdicht verschließen. 

Anschließend werden die Becken vor der Fabrik ähnlich wie eine Schleuse geflutet. Über sie werden die fertigen Tunnelelemente von der Fabrik in den Arbeitshafen transportiert. In der Nähe der Produktionslinien wurden zwei große Betonmischanlagen errichtet, die zusammen über 600 m³ Beton pro Stunde produzieren können. 

 

Blick auf die Schalungen für die Betonage eines Tunnelelements in der Tunnelfabrik. Die gelben Schalungen werden von einem roten Gerüst getragen. Blaue Betonpumpen befinden sich über dem Gerüst.

Die Baustelle bei Rødbyhavn

Dänischer Arbeitshafen 

Seit Sommer 2022 ist der dänische Arbeitshafen in Betrieb. Über den Arbeitshafen werden Baumaterialien direkt zur Fehmarnbelt-Baustelle geliefert und somit das örtliche Straßennetz geschont. Etwa alle drei Tage kommt ein Frachtschiff an. 

Östlich des Hafens wurden vier Silos errichtet, in denen Zement gelagert wird. Außerdem gibt es Lagerflächen für Zuschlagstoffe wie Kies und Sand. Zu Spitzenzeiten werden im Arbeitshafen wöchentlich rund 65.000 Tonnen Stein, Zement, Sand, Kies und Stahl umgeschlagen. 

Wohnanlage auf der dänischen Tunnelbaustelle 

Die Wohnanlage mit über 1.300 Wohneinheiten ist im Sommer 2023 fertiggestellt worden. Neben einem Selbstbedienungs-Supermarkt befinden sich auch Sport- und Freizeitmöglichkeiten auf dem Gelände.  

  

Dänisches Tunnelportal

Mittlerweile ist der Bau des Tunnelabschnitts in offener Bauweise abgeschlossen. Der an Land gebaute Tunnelabschnitt wurde mit Erde überdeckt und ist damit fast fertig. Außerdem wurde eine über 800 Meter lange Rampe für die Eisenbahn errichtet, die in den Tunnel mündet. 

2022 haben die Arbeiten an der dänischen Einfahrt in den Tunnel begonnen, seitdem sind rund 160 Meter Tunnel an Land betoniert worden. Daran schließen sich rund 100 Meter Lichtübergangszone an, die für einen fließenden Übergang zwischen dem natürlichen Licht und dem Licht im Tunnel sorgt. 

Über dem vorderen Tunnelabschnitt wurde im Frühjahr 2024 ein neuer Deich errichtet, der die neue Küstenlinie bildet. Der vorgelagerte, provisorische Deich wurde bis Juni 2024 vollständig entfernt. Seitdem befindet sich der erste Teilbereich des Tunnels unter Wasser. Mit diesem Bereich des dänischen Tunnelportals wurde im Mai 2026  das erste Absenkelement verbunden. 

Umspannwerk & Straßen- und Schienenanbindung 

Außerdem wird auf Lolland ein Umspannwerk errichtet, über das der Tunnel später mit Ökostrom aus dem dänischen Netz versorgt werden soll. Über das Umspannwerk werden künftig die Oberleitungen im Fehmarnbelt-Tunnel, rund zehn Kilometer Bahnstrecke auf Lolland sowie die technischen Anlagen des Tunnels mit Strom  versorgt. 

An Land entstehen Brücken für die neue Linienführung der Bahn und Autobahn E 47. 

Landgewinnungsflächen 

Insgesamt entstehen an der Küste Lollands rund 300 Hektar neues Land. Dafür wurde der beim Aushub des Tunnelgrabens gewonnene Meeresboden wiederverwendet. Anfang September 2026 wurde das erste Gebiet der neuen Landgewinnungsfläche für die Öffentlichkeit geöffnet. Es ist rund 30 Heltar groß und befindet sich östlich der Tunnelfabrik bei Hyldtofte.  

Außerdem ist westlich des Fährhafens Rødbyhavn ist bereits ein neuer Strand für die Öffentlichkeit hergestellt worden.

Arbeiten im Fehmarnbelt

Der 18 Kilometer lange Tunnelgraben ist fertig ausgehoben. Zudem wurden rund 2,2 Millionen Tonnen Granit für die neuen Molen und Rückhaltedämme auf dänischer Seite verlegt. Hinter den Rückhaltedämmen entstehen die Landgewinnungsflächen mit dem zuvor ausgehobenen Meeresboden aus dem Tunnelgraben. Im Mai 2026 wurde das erste Tunnelelement vor der dänischen Küste abgesenkt und mit dem Tunnelportal verbunden. Nach dem ersten Tunnelelement wurden Ende Juni das zweite und Anfang August das dritte Tunnelelement erfolgreich im Tunnelgraben vor Lolland platziert. Ende September 2026 wurde das vierte Tunnelelement abgesenkt und mit den vorherigen Elementen verbunden. Damit liegen die ersten knapp 900 Meter Tunnel auf dem Meeresboden. 

Im nächsten Schritt wird das erste Spezialelement abgesenkt . Es verfügt über ein zusätzliches Kellergeschoss für technische Anlagen und ist etwa so hoch wie ein vierstöckiges Gebäude. Das Spezialschiff „Ivy“ hat im September den dafür erforderlichen Belastungstest bestanden und ist damit bereit für die Aufgabe.

Für der Absenken der Elemente werden Spezialschiffe benötigt, die speziell für das Projekt gebaut wurden. Bei den Spezialschiffen handelt es sich um: 

  • Den Kiesbett-Ponton „Maya“, der im Tunnelgraben ein Kiesbett ablegt, auf dem die Elemente platziert werden. 

  • Die Absenk-Pontons „Ivy 1 & Ivy 2“, die die Elemente bei ihrem Transport vom Arbeitshafen zu ihrer endgültigen Absenkstelle ähnlich wie Klammern halten und die Elemente kontrolliert absenken. 

  • Den Haltefüllungs-Ponton „NP460“, der dafür sorgt, dass der seitliche Bereich zwischen Element und Graben komplett mit Sand und Kies verfüllt wird. 

  • Den Schutzschicht-Ponton „Wismar“, der eine dicke Stein-schicht auf die abgesenkten Elemente legt. 

Ein Seilbagger-Schiff auf dem Wasser

Baustelle bei Puttgarden

Am 29. November 2021 fand der offizielle Spatenstich auf deutscher Seite statt. Die Baustelle wurde im Laufe des Jahres 2021 vollständig erschlossen und eingerichtet. Mittlerweile hat die rund 90 Hektar große Baustelle an Land deutlich sichtbar Form angenommen.

An Land 

Künftig führen die E 47 sowie die neue Bahntrasse in das Tunnelportal. Für die neue Linienführung müssen insgesamt drei Brücken auf der deutschen Tunnelbaustelle errichtet werden. Zwei von drei Brücken sind fertiggestellt.  

Der Verlauf der künftigen Bahntrasse in die Tunneleinfahrt ist bereits deutlich zu erkennen. Der Bau der Brücke über die neue Bahnstrecke ist abgeschlossen, über sie wird nun der Marienleuchter Weg geführt. 

Auch die Brücke für die Autobahn E 47 über den neuen Marienleuchter Weg ist fertig. Die Autobahn E 47 wird hier künftig in Dammlage über den Marienleuchter Weg geführt.  

Die Arbeiten an der dritten Brücke, die die Autobahn E47 über die bestehenden Gleise der Fährhafenanbindung führen wird, haben 2025 begonnen. 

Das deutsche Tunnelportal in Puttgarden ist knapp 600 Meter lang und steht kurz vor der Fertigstellung 

Ein Teil des marinen Aushubs aus dem Tunnelgraben wird auf der deutschen Baustelle zwischengelagert und nun sukzessive als Baumaterial u.a. für die Dämme wiederverwendet, auf denen die neue Autobahn E 47 entlangführen wird. Auf den vormaligen landwirtschaftlichen Flächen wurde zuvor Oberboden abgetragen, der während der Bauzeit zwischengelagert wird. 

Ein Betonmischwerk ist auf der deutschen Tunnelbaustelle errichtet worden, das für den Bau des Tunnelportals und der drei Brücken benötigt wird. Das Material für die Betonherstellung wird vor allem über den Arbeitshafen angeliefert. So werden Transporte über die Insel vermieden.

An der Küste

Im Oktober 2021 begannen die seeseitigen Arbeiten an der Küste Fehmarns. Hinter der alten Küstenlinie ist eine große Baugrube entstanden, in der das Tunnelportal auf deutscher Seite gebaut wird. Im Herbst 2023 wurde in der bis zu zwölf Meter tiefen Baugrube damit begonnen, Tunnelabschnitte in offener Bauweise herzustellen. Dabei wird zunächst die Sohle, dann die Seitenwände und schließlich die Decke dieser Tunnelabschnitte an Land betoniert. Die so vor Ort hergestellten Segmente sind die ersten Abschnitte des Tunnels, in die man von Fehmarn aus in den Tunnel fährt. 

Die Arbeiten an der deutschen Tunneleinfahrt sind bereits weit fortgeschritten. Wie am dänischen Portal wurde ein Rückhaltedamm über den vordersten Segmenten errichtet. Nach der Installation von Schotten in den Tunnelröhren konnte Ende August 2024 der vorderste Teil der Baugrube geflutet werden. 
Anschließend wurde mit dem Rückbau des temporären Rückhaltedamms begonnen; Ende Oktober 2024 war dieser abgeschlossen. Der temporäre Damm hat zuvor den nördlichsten Bereich der Baugrube umgrenzt und das Arbeiten im Trockenen ermöglicht. Der finale Rückhaltedamm bildet nun die künftige Küstenlinie.  

Dahinter ist der an Land gebaute Tunnelabschnitt Schritt für Schritt weiter ins Landesinnere gewachsen.  Insgesamt ist das deutsche Tunnelportal in Puttgarden knapp 600 Meter lang; die Betonarbeiten in diesem Bereich stehen kurz vor dem Abschluss. 

Deutscher Arbeitshafen 

Auch auf deutscher Seite wurde ein Arbeitshafen eigens für das Projekt gebaut. Er ist im Juli 2023 in Betrieb gegangen. Über ihn wird die Baustelle an Land mit Material versorgt; Anlieferungen von Baumaterial per LKW auf dem Landweg können so vermieden werden.  Neben der Kaianlage befinden sich Silos für Zement und weitere Lagerflächen für die angelieferten Materialien. 

Bauablauf

Mit dem Bau des Fehmarnbelt-Tunnels wurde 2020 begonnen, zunächst auf der dänischen Seite und 2021 auf der deutschen Seite. Informationen zum Bauablauf und den verschiedenen Bauphasen finden Sie hier.