Zweites Element des Fehmarnbelt-Tunnels erfolgreich abgesenkt
Das zweite Element für den Fehmarnbelt-Tunnel ist nun abgesenkt und liegt im zuvor ausgehobenen Tunnelgraben. Am Dienstagabend begannen fünf Schlepper das mehr als 73.500 Tonnen schwere Betonelement gemeinsam mit dem Spezialschiff IVY in den Fehmarnbelt zu transportieren. Dort wurde es über dem Tunnelgraben mithilfe von Stahlseilen präzise in Position gebracht. In der Nacht zum Freitag begann das eigentliche Absenken, am Samstagmorgen lag das Element schließlich korrekt positioniert auf dem Meeresboden im Tunnelgraben.
Während das erste Element direkt am dänischen Tunnelportal abgesenkt wurde, musste das zweite Element präzise mit dem vorherigen verbunden werden. Mit zwei abgesenkten Elementen liegen nun gut 500 Meter des 18 Kilometer langen Tunnels verbunden am Meeresboden.
„Auch wenn wir nun zum zweiten Mal ein Tunnelelement absenken, ist es jedes Mal eine komplexe Aufgabe, die höchste Konzentration erfordert. Mit wachsender Routine in den Abläufen und im Umgang mit der Ausrüstung erwarten wir, dass das Baukonsortium das Arbeitstempo weiter steigern wird“, sagt Lasse Vester, stellvertretender Projektdirektor bei Sund & Bælt und zuständig für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels.
In den kommenden Tagen wird der Tunnelgraben seitlich des Elements mit Sand und Kies verfüllt, um sicherzustellen, dass es in seiner Position im Tunnelgraben fixiert ist. Anschließend beginnen die Vorbereitungen für das Absenken des nächsten Elements.
Der Fehmarnbelt-Tunnel wird insgesamt aus 89 Betonelementen bestehen, die auf Nordeuropas größter Baustelle in Rødbyhavn auf Lolland hergestellt werden. Jedes Element ist so groß wie ein Frachtschiff, und wie Schiffe erhalten sie von Sund & Bælt jeweils einen eigenen Namen.
Die Feste Fehmarnbeltquerung spielt eine zentrale Rolle im wichtigen europäischen Scan-Med-Verkehrskorridor, der Skandinavien mit Mittel- und Südeuropa verbindet. Jedes Element wird daher nach verschiedenen Orten, Städten und Regionen entlang des Nord-Süd-Korridors innerhalb des europäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) benannt, das sich bis zum Mittelmeer erstreckt. Das zweite abgesenkte Element des Fehmarnbelt-Tunnels wird den Namen „Lund“ tragen.
Die Öresundquerung hat Schweden bereits näher an Dänemark herangerückt. Lund ist damit Teil eines der wichtigsten grenzüberschreitenden Arbeitsmärkte und einer der wichtigsten Wirtschaftsregionen Europas geworden. Mit dem Fehmarnbelt-Tunnel werden Schweden und Mitteleuropa nun noch enger miteinander verbunden.
Über den Fehmarnbelt-Tunnel
Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels ist eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Der 18 km lange Absenktunnel zwischen Dänemark und Deutschland wird weltweit der längste seiner Art sein. Der Tunnel wird eine Autobahn mit zwei Fahrspuren in jede Richtung sowie zwei elektrifizierte Eisenbahngleise umfassen. Die Fahrzeit durch den Tunnel beträgt 10 Minuten mit dem Auto und 7 Minuten mit dem Zug. Die Fehmarnbeltquerung wird die Verbindung zwischen Skandinavien und dem übrigen Europa stärken. Das Projekt ist nutzerfinanziert und wird mit Unterstützung der EU realisiert.
Video- und Bildmaterial des Absenkvorgangs finden Sie hier: Fehmarnbelt tunnel - Immersion - Press kit