Erstes Element für den Fehmarnbelt-Tunnel erfolgreich abgesenkt
Nach einem mehrtägigen Absenkvorgang liegt das erste von insgesamt 89 Betonelementen für den Fehmarnbelt-Tunnel im Tunnelgraben am Meeresboden und ist mit dem dänischen Tunnelportal verbunden. Das historische Ereignis begann am Montagabend, dem 4. Mai 2026, als fünf Schlepper und der Absenkponton IVY das Element von der Tunnelfabrik bei Rødbyhavn auf der dänischen Insel Lolland zum Absenkpunkt vor der dänischen Küste transportierten.
Am Mittwoch um die Mittagszeit begann dann das eigentliche Absenken. Rund 14 Stunden später war das Ziel erreicht und das erste Element präzise im Tunnelgraben vor dem Portal bei Rødbyhavn positioniert. Anschließend wurde das Element mithilfe eines hydraulischen Arms mit dem Portal verbunden. Die Position wurde schließlich durch eine präzise Lasermessung im abgesenkten Tunnelelement bestätigt. Im Laufe des Tages wird IVY dann final vom Element getrennt.
Im nächsten Schritt werden die beiden Absenkpontons nun wieder mit Schleppern zurück in den Arbeitshafen transportiert. An ihre Stelle rückt ein weiteres Spezialschiff. Dieses bringt große Mengen Kies entlang der Seiten des Elements ein, um sicherzustellen, dass es fest an seinem Platz bleibt.
Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass in Serie produzierte Tunnelelemente dieser Größe beim Bau eines Tunnels eingesetzt werden. Die Standardelemente sind große Betonkonstruktionen, die 217 Meter lang sind und mehr als 73.500 Tonnen wiegen. Die Elemente sind in fünf Röhren unterteilt – zwei für die künftige Autobahn, zwei für die Eisenbahn und eine für technische Installationen. Die Röhren sind während des Absenkvorgangs mit Schotten wasserdicht verschlossen.
„Wir sind froh und erleichtert. Unsere Technologie, unsere Ausrüstung und unsere Auftragnehmer haben eine entscheidende Prüfung bestanden und etwas getan, was noch niemand zuvor getan hat. Das ist ein sehr großer Tag für das Projekt, für Dänemark und Deutschland und für Europa“, sagt Mikkel Hemmingsen, Vorstandvorsitzender von Sund & Bælt.
In den kommenden Jahren werden die weiteren Elemente nacheinander abgesenkt und im ausgehobenen Tunnelgraben bis zu 40 Meter unter der Meeresoberfläche miteinander verbunden. Mit 18 Kilometern Länge wird der Fehmarnbelt-Tunnel der mit Abstand längste Absenktunnel der Welt sein.
Die Fehmarnbelt-Querung ist ein wichtiger Teil des künftigen europäischen Verkehrsnetzes, das Handel, Mobilität und Sicherheit in Europa stärken soll. Der Fehmarnbelt-Tunnel ist von der Europäischen Kommission als prioritäres Projekt eingestuft worden. Für den Bau des Tunnels hat die EU eine Förderung in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro bewilligt.
„Das Absenken des ersten Tunnelelements ist eine historische Leistung. Die Welt schaut zu, während sich hier europäische Ingenieurskunst von ihrer allerbesten Seite zeigt. Der Tunnel wird Regionen enger miteinander verbinden und eine neue Dynamik zwischen Malmö, Kopenhagen, Hamburg und dem Rest von Europa schaffen. Die EU-Kommission wird dieses Projekt weiterhin unterstützen“, sagt Apostolos Tzitzikostas, EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus.
Wenn der Tunnel fertiggestellt ist, wird man den Fehmarnbelt in 10 Minuten mit dem Auto und in 7 Minuten mit dem Zug queren können. Der Tunnel ermöglicht zudem schnelle Bahnverbindungen zwischen Kopenhagen und Hamburg in nur 2,5 Stunden – ein klarer Vorteil im Vergleich zu derzeit rund 5 Stunden.
Videos und Bilder vom Absenken finden Sie hier: Media Kit Erstes Absenken
Das Material wird kontinuierlich aktualisiert.