Erster gemeinsamer Besuch: Deutsche und dänische Verkehrsminister besichtigen Baustellen des Fehmarnbelt-Tunnels
Der Besuch begann am deutschen Tunnelportal bei Puttgarden, wo sich die Minister über den aktuellen Baufortschritt auf deutscher Seite informierten. Rund 90 Prozent der rund 600 Meter langen künftigen Tunneleinfahrt sind auf Fehmarn bereits fertiggestellt.
Anschließend reisten Schnieder und Munk weiter nach Dänemark zur Tunnelelementfabrik in Rødbyhavn auf Lolland. Dort erhielten sie Einblick in die Produktion der 217 Meter langen Tunnelelemente sowie deren Transport: Über Becken gelangen die fertigen Elemente in den Arbeitshafen und werden von dort mit einem eigens für das Projekt gebauten Spezialschiff in den Fehmarnbelt transportiert und abgesenkt. Bislang wurde das erste Tunnelelement von insgesamt 89 vor der Küste Lollands abgesenkt, das Absenken des zweiten Elements steht kurz bevor.
„Der Fehmarnbelt-Tunnel ist ein Schlüsselprojekt für die europäische Infrastruktur. Besonders beeindruckt haben mich heute die Dimension der Tunnelelemente und die Ingenieurskunst, mit der dieses komplexe Bauwerk realisiert wird. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Projekt Deutschland und Dänemark wirtschaftlich und politisch noch enger miteinander verbinden wird. Von diesem Lückenschluss werden nicht nur die Menschen hier auf Fehmarn und Lolland profitieren, sondern in ganz Dänemark, ganz Deutschland und ganz Europa“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Signe Munk, seit Anfang Juni dänische Ministerin für Stadt, Land und Verkehr, betonte: „Die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg in Europa ist heute wichtiger denn je, und der Fehmarnbelt-Tunnel ist ein starkes Beispiel dafür, was wir gemeinsam erreichen können. Diese Verbindung wird Dänemark und Deutschland noch näher zusammenbringen und die Entwicklung der gesamten Region stärken – nicht zuletzt auf Lolland, wo sowohl der Bau als auch die künftigen Chancen im Tourismus für Wachstum sorgen werden.“
Die Feste Fehmarnbeltquerung spielt eine zentrale Rolle im wichtigen europäischen Scan-Med-Verkehrskorridor, der Skandinavien mit Mittel- und Südeuropa verbindet. Er wird aber auch die Menschen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts enger miteinander verbinden.
„Ich sehe dieses zutiefst europäische Projekt daher zugleich auch als regionales Projekt an“, sagte Claus Ruhe Madsen, Verkehrsminister von Schleswig-Holstein. „Für Schleswig-Holstein eröffnet sich damit die große Chance, sich als Teil einer neuen, starken Grenzregion zu positionieren – auch mit spürbaren Impulsen für den regionalen Tourismus.“
Für Mikkel Hemmingsen, Vorstandsvorsitzender des Tunnelbauherrn Sund & Bælt, ist der Besuch der Verkehrsminister ein klares Signal für die politische Unterstützung des Projekts: „Der Fehmarnbelt-Tunnel ist ein gemeinsames deutsch-dänisches Projekt, und wir spüren deutlich das große Interesse, die Erwartungen und die Unterstützung aus ganz Europa. Wir setzen alles daran, den hohen Erwartungen gerecht zu werden.“
Über den Fehmarnbelt-Tunnel
Der 18 Kilometer lange Fehmarnbelt-Tunnel ist eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Als längster Absenktunnel der Welt wird er Deutschland und Dänemark miteinander verbinden. Nach Fertigstellung wird der Fehmarnbelt in zehn Minuten mit dem Auto und in sieben Minuten mit dem Zug überquert werden können.