Das Spezialschiff IVY absolviert abschließende Tests
Derzeit liegen die Absenkpontons IVY 1 und IVY 2 im Arbeitshafen bei Rødbyhavn. Dort führt das Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC) die abschließenden Tests an dem Spezialschiff durch. Nun wurde dafür erstmals ein fertiges Tunnelelement fest mit den beiden Absenkpontons verbunden.
Den ersten Teil der umfangreichen Tests, die zur Zulassung durch die dänische Schifffahrtsbehörde notwendig sind, haben die Absenkpontons bereits bestanden. Dabei wurden unter anderem alle Funktionen in zwei Konfigurationen getestet – wenn die beiden Absenkpontons verbunden und wenn sie getrennt voneinander sind.
In beiden Konfigurationen wird IVY zum Einsatz kommen: Die 217 Meter langen Standardelemente werden beim Transport und Absenken von jeweils einem Absenkponton an den Enden des Elements gehalten. Bei den Spezialelementen werden IVY 1 und IVY 2 hingegen direkt zusammengekoppelt und halten die deutlich kürzeren Spezialelemente mittig.
Nachdem die beiden Absenkpontons erfolgreich mit dem ersten Tunnelelement verbunden wurden, folgen nun weitere Tests. Dafür wird das Element, das momentan von den beiden Pontons wie Klammern gehalten wird, mit Gewichten beschwert, die der Menge des später einzufüllenden Ballastbetons entsprechen. Anschließend wird IVY das Element im Arbeitshafen testweise absenken und wieder anheben. Das Baukonsortium FLC geht davon aus, dass diese Tests im Laufe des März durchgeführt werden.
„Bei IVY 1&2 handelt es sich um ein einzigartiges Spezialschiff, das passgenau für die Tunnelelemente des Fehmarnbelt-Tunnels gebaut wurde. Es hat länger gedauert als erwartet, das Schiff fertigzustellen und zu testen. Nun steht FLC kurz davor, die Genehmigung für das Spezialschiff zu erhalten, sodass das Spezialschiff künftig seine zentrale Aufgabe beim Absenken der 89 Tunnelelemente übernehmen kann. Wir erwarten, dass das erste Element im Frühjahr abgesenkt und mit dem Tunnelportal in Rødbyhavn verbunden werden kann“, sagt Lasse Vester, stellvertretender Direktor bei Sund & Bælt.
Wenn IVY die notwendige Genehmigung durch die dänische Schifffahrtsbehörde erhalten hat, wird es im Verbund mit dem Tunnelelement zum Anleger im dänischen Arbeitshafen gebracht. Dort wird Ballastbeton in das Element gepumpt. Ab dem Moment wird es nur noch durch den Auftrieb der beiden Absenkpontons über Wasser gehalten. Anschließend wird das Element zu seiner Position im Tunnelgraben transportiert und kontrolliert mit millimetergenauer Präzision abgesenkt.
Über den Fehmarnbelt-Tunnel und die Absenkpontons IVY 1&2
- Der Fehmarnbelt-Tunnel ist 18 Kilometer lang und besteht aus 79 Standardelementen und 10 kürzeren Spezialelementen mit einem Untergeschoss für die Tunneltechnik.
- Bevor ein Standardelement in den Fehmarnbelt gezogen und dort abgesenkt werden kann, werden IVY 1 und IVY 2 mit jeweils einem Ende verbunden. Sie halten das Element wie Klammern und geben ihm zusätzlichen Auftrieb.
- Wenn ein Spezialelement transportiert werden soll, werden IVY 1 und IVY 2 verbunden und halten das Element mittig.
- Die beiden Absenkpontons sind mit insgesamt 23 Kilometern Stahlseil ausgestattet, verteilt auf 66 Winden. Diese kommen zum Einsatz, wenn das Element mit millimetergenauer Präzision in bis zu 40 Meter Tiefe in den Tunnelgraben abgesenkt wird.
Das Spezialschiff IVY absolviert abschließende Tests
Das Spezialschiff IVY absolviert abschließende Tests