Absenkponton IVY erhält Zulassung
Das Spezialschiff IVY hat die abschließenden Tests bestanden und die formelle Zulassung von der dänische Schifffahrtsbehörde erhalten. Damit kann das beauftragte Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC) mit den Vorbereitungen beginnen, die notwendig sind, um in diesem Frühjahr das erste Tunnelelement vor der Küste Lollands abzusenken.
„Bei IVY handelt es sich um ein Spezialschiff, das ausschließlich für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels entwickelt wurde. Die Aufgabe des Schiffs ist komplex, daher waren zahlreiche Tests notwendig, um sicherzustellen, dass es den hohen technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen sowohl von uns als auch von den Behörden entspricht. Jetzt haben wir die Zulassung für das Schiff erhalten und können mit dem Absenken starten“, sagt Lasse Vester, stellvertretender Vertragsdirektor bei Sund & Bælt und zuständig für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels.
Das Spezialschiff IVY besteht aus zwei Pontons: IVY 1 & 2. Bevor ein 217 Meter langes Standardelement in den Fehmarnbelt gezogen und dort abgesenkt werden kann, werden IVY 1 & 2 mit jeweils einem Ende verbunden. Sie halten das Element wie Klammern und geben ihm zusätzlichen Auftrieb. Wenn ein 39 Meter langes Spezialelement transportiert werden soll, werden IVY 1 & 2 aneinandergekoppelt und halten das Element mittig. Zusammen sind IVY 1 & 2 mit insgesamt 23 Kilometern Stahlseil ausgestattet, die sich auf 66 Winden verteilen. Die Seile werden benötigt, um die Tunnelelemente in einer Tiefe von bis zu 40 Metern mit maximaler Präzision absenken zu können.
Tunnelgraben fertig vorbereitet
Parallel zu den zahlreichen Tests mit IVY hat FLC den ersten Teil des Tunnelgrabens für das Absenken vorbereitet. Dazu gehört unter anderem das Reinigen des bereits ausgehobenen Tunnelgrabens und das Ausbringen einer Tragschicht aus Schotter, die dafür sorgt, dass der Boden des Tunnelgrabens völlig eben ist.
Im April werden IVY 1 & 2 gemeinsam mit dem Tunnelelement, das die von den beiden Pontons wie Klammern gehalten wird, am Kai im dänischen Arbeitshafen positioniert. Dort wird das Element mit Ballastbeton befüllt. Ab diesem Zeitpunkt ist das Element so schwer, dass es absinken würde – lediglich der Auftrieb der Absenkpontons hält es noch über Wasser. Die Absenkpontons werden anschließend gemeinsam mit dem Element in den Fehmarnbelt geschleppt; dort wird es kontrolliert und präzise in den Tunnelgraben abgesenkt.
„IVY hat nun alle Tests bestanden, und wir freuen uns darauf, dass FLC im Laufe des Frühjahrs mit dem Absenken des ersten Tunnelelements beginnen kann. Das wird ein herausfordernder Vorgang, der anschließend noch 88 Mal wiederholt werden muss, bis alle Tunnelelemente abgesenkt sind“, sagt Lasse Vester.
Die Arbeiten am Fehmarnbelt-Tunnel liegen momentan rund zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Nachdem die ersten Tunnelelemente abgesenkt sind, wird ein neuer Zeitplan erarbeitet.
Der Fehmarnbelt-Tunnel
Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels ist eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Der Fehmarnbelt-Tunnel wird als 18 Kilometer langer Absenktunnel gebaut. Außerdem entstehen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts Tunnelportale, also die Einfahrten in den Tunnel.
Der Tunnel besteht aus zwei Eisenbahnröhren mit elektrifizierten Gleisen für Hochgeschwindigkeitszüge sowie zwei Autobahnröhren mit jeweils einer zweispurigen Autobahn pro Richtung. Die Reisezeit durch den Tunnel beträgt 10 Minuten mit dem Auto und 7 Minuten mit dem Zug.
Der Fehmarnbelt-Tunnel wird den Handel, die Mobilität und die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südeuropa stärken. Das Projekt ist nutzerfinanziert und wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission durchgeführt.
Über Sund & Bælt
Sund & Bælt schafft dauerhafte Verbindungen und bessere Mobilität. Mit Fachwissen und Erfahrung aus komplexen Projekten entwickeln und betreiben wir zukunftssichere Infrastruktur, die Distanzen verkürzt, den Zusammenhalt stärkt sowie Dänemark und Mitteleuropa näher zusammenbringt.