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Ulla Schaltz, Direktorin, Museum Lolland-Falster

Die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle

Der Fehmarnbelt-Tunnel ist natürlich ein Projekt der Zukunft – aber die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle. Denn vor dem Bau muss die riesige Baustelle gründlich auf Funde von archäologischem Interesse untersucht werden, die sonst verloren gehen könnten.

Es gibt dieses klassische Paradox im Verhältnis zwischen großen Bauprojekten und Archäologen. Wenn man baut, zerstört man unweigerlich Kulturgüter. Auf der anderen Seite bietet ein Projekt wie der Fehmarnbelt-Tunnel Archäologen die Möglichkeit, Funde zu dokumentieren, die man anderenfalls nie entdeckt hätte.

Die Ausgrabungen haben bereits zu einigen auf sehen-erregenden Funden aus der Steinzeit geführt, die darauf hindeuten, dass die Gegend Teil von komplexen Handelsverbindungen war – lange, bevor die Römer ihr berühmtes Straßennetz anlegten. Beispielsweise wurde eine Steinaxt aus einer Gesteinsart gefunden, die aus der Gegend um Tschechien und Ungarn stammt.

Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels bietet uns die einmalige Möglichkeit, ein großes zusammenhängendes Gebiet zu untersuchen. Normalerweise finden wir nur einzelne Puzzleteile. Hier aber gibt es genug, um ein komplettes Puzzle zusammenzusetzen, das uns zeigt, wie die ersten Menschen im heutigen Dänemark gelebt haben.


Normalerweise finden wir nur einzelne Puzzleteile. Hier aber gibt es genug, um ein komplettes Puzzle zusammenzusetzen.