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Gustav Heinrich Krohnke, Ingenieur und Landvermesser

Eine „Vogelfluglinie“ über den Fehmarnbelt

Die Idee einer direkten Verbindung zwischen Skandinavien und Deutschland hatte der Holsteiner Bauingenieur Gustav Kröhnke als Erster.

Die geografische Logik hinter dem Plan war einfach: Die sogenannte „Vogelfluglinie“ über den Fehmarnbelt war die kürzeste Verbindung zwischen Deutschland und Skandinavien und würde Reisenden daher einen beträchtlichen Umweg ersparen.

1863 legte Kröhnke seinen Plan der dänischen Regierung vor. Das dänische Straßen- und Schienennetz auf Seeland, Falster und Lolland sollte ausgebaut werden, Lolland und Fehmarn sollten durch eine Fähre verbunden werden, der Fehmarnsund sollte von einem Damm gekreuzt werden und ein neues Straßen- und Schienennetz Fehmarn mit Lübeck und Hamburg verbinden.

Kröhnkes Plan wurde in Kopenhagen mit Begeisterung aufgenommen. Doch im Jahr darauf brach Krieg zwischen Dänemark und Deutschland aus, und die Pläne wurden auf Eis gelegt.

Erst 1963, genau 100 Jahre später, wurde Kröhnkes Vision realisiert. Damals wurde die Fehmarnsundbrücke zwischen der Insel Fehmarn und dem deutschen Festland eröffnet, und im selben Jahr ging auch die Fährverbindung zwischen Rødbyhavn und Puttgarden an den Start.

Selbst der Visionär Kröhnke hätte seinerzeit einen 18 Kilometer langen Tunnel unter dem Fehmarnbelt ganz sicher als Science-Fiction betrachtet. Aber würde er heute leben, wäre er wohl begeistert.