Femern
Search

Neuheit beim Tunnelbau: Untergeschosse im Fehmarnbelt-Tunnel

02-11-18

Der Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark wird so sicher sein wie wenige andere Tunnel auf der Welt. Ein Grund sind auch die geplanten Untergeschosse in dem Bauwerk. Sie sind eine Weltneuheit beim Bau von Absenktunneln.

Mit rund 18 Kilometern wird der Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødbyhavn auf der dänischen Insel Lolland der längste Tunnel der Welt für Autos und Züge – und der längste Absenktunnel der Welt.

"In so einem langen Tunnel sind Betrieb und Wartung natürlich eine besondere Herausforderung", sagt Susanne Kalmar Pedersen, Projektleiterin des Konsortiums aus den Unternehmen Rambøll, Arup und TEC, das den Bauherren Femern A/S bei der Tunnelplanung berät. „Deshalb haben wir uns überlegt: Wie bekommen wir das hin, ohne den Verkehr im Tunnel zu behindern?“

Die Lösung: Alle zwei Kilometer finden sich über die ganze Länge des Tunnels sogenannte Spezialelemente mit den besonderen Untergeschossen. „Sie schaffen viel bessere Bedingungen, als man sie normalerweise in Absenktunneln vorfindet“, sagt Kalmar Peder-sen.

Neben den durchgehenden Standstreifen in den Straßenröhren gibt es in ihnen etwa Haltebuchten für Wartungsfahrzeuge, sodass diese nicht den normalen Verkehr beeinträchtigen. Dort können die Mitarbeiter parken und über Treppen und Aufzüge eine Ebene tiefer gelangen. „Das macht den Tunnel besonders sicher für die Mitarbeiter und die Nutzer“, sagt Matthias Laubenstein, Chef für das deutsche Planfeststellungsverfahren bei Femern A/S. 

Eine andere wichtige Aufgabe der Untergeschosse: In ihnen wird die ganze elektrische und mechanische Versorgung des Tunnels untergebracht sein. Auch dies wäre ohne die besonderen Tunnelelemente eine Herausforderung, sagt Laubenstein. „Deshalb sind die Spezialelemente eine enorm nützliche Entwicklung.“ 

Im Tunnel befinden sich viele Sicherheitseinrichtungen wie Beleuchtung, Lüftung und Pumpen sowie Brandbekämpfungs- und meldeanlagen. Diese werden in den Spezialelementen über Schaltanlagen gesteuert und über Transformatoren mit Strom versorgt. An den Enden des Tunnels gibt es wiederum Transformatorstationen, die an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. So ist die Energieversorgung von beiden Seiten sichergestellt. 


Die Spezialelemente sind jeweils 47 Meter breit und lang und 13 Meter hoch. Sie sind damit etwa vier Meter tiefer und an einer Seite vier Meter breiter als die Standardelemente. Die Elemente werden in der künftigen Tunnelfabrik auf Lolland gefertigt, aufs Meer hinausgeschwommen und in den zuvor ausgehobenen Tunnelgraben abgesenkt. 

Diese Website verwendet Cookies um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Wenn Sie auf „weiter“ klicken, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. Lesen Sie hier mehr

OK