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Behördliche Genehmigungen erfordern mehr Zeit

18-04-12

Die Bauarbeiten an der Festen Fehmarnbeltquerung werden voraussichtlich ungefähr ein Jahr später beginnen als ursprünglich geplant, nämlich Mitte 2015 anstatt Mitte 2014.

Dies ist das Ergebnis einer detaillierten Analyse von Femern A/S, dem Unternehmen, das für die Planung der rund 18 km langen festen Querung zwischen Deutschland und Dänemark verantwortlich ist. Femern A/S hat gestern dem dänischen Verkehrsminister Henrik Dam Kristensen das Ergebnis dieser Analyse vorgelegt und ihn selbst sowie die hinter der Festen Fehmarnbeltquerung stehenden politischen Parteien über den Gesamtrahmen des neuen Zeitplans informiert.
Grund für die Verzögerung ist die Tatsache, dass sich der Genehmigungsprozess für ein so großes grenzübergreifendes Bauprojekt in Deutschland und Dänemark als noch komplexer erwiesen hat als zunächst angenommen.

Die Feste Fehmarnbeltquerung ist das größte Verkehrsinfrastrukturprojekt in Nordeuropa und wird Deutschland und den europäischen Kontinent enger mit Skandinavien verbinden. Die bevorzugte technische Lösung ist ein Absenktunnel mit elektrifizierter zweigleisiger Bahnstrecke und vierspuriger Autobahn.

Sowohl die Dimensionen als auch der grenzüberschreitende Charakter des Vorhabens zwischen Deutschland und Dänemark stellen Neuland dar. Der Bau des Fehmarnbelttunnels muss in Übereinstimmung mit den europäischen Vorschriften sowie den in Deutschland und Dänemark geltenden Gesetzen und Verfahrensordnungen genehmigt werden. Obwohl die nationale Gesetzgebung weitgehend auf einheitlichen EU-Richtlinien beruht, bestehen erhebliche Unterschiede in der Umsetzung dieser Richtlinien in den beiden Staaten. Um diesem Umstand Rechnung tragen zu können, wird mehr Zeit benötigt als ursprünglich angenommen.

„Der Bedarf an Koordinierung und Detailplanung ist höher als wir erwartet haben“, sagt Leo Larsen, Vorstandsvorsitzender von Femern A/S. „Wir arbeiten sehr konstruktiv und partnerschaftlich mit den Behörden in Deutschland und Dänemark zusammen. Dennoch müssen wir anerkennen, dass diese Aufgabe für alle Beteiligten eine große Herausforderung ist. Teilweise ist dies den erheblichen Unterschieden geschuldet, die zwischen der deutschen und der dänischen Gesetzgebung und Verfahrensordnung bestehen. Wir befinden uns in einer Situation mit vielen unbekannten Faktoren, die im Zuge der Erstellung der Antragsunterlagen an die jeweiligen Behörden berücksichtigt werden müssen. Das braucht seine Zeit.“

Der neue Zeitplan bedeutet, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Querungsbauwerk mit den zugehörigen Rampenanlagen in Dänemark im Mai 2013 beginnen wird und dass das in Dänemark erforderliche Baugesetz vom Folketing, dem dänischen Parlament, Ende 2014 verabschiedet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt werden auch die Preise der Verträge für die Hauptbaulose bekannt sein. In Deutschland werden die endgültigen Anträge für das Planfeststellungsverfahren spätestens im August 2013 bei den zuständigen Behörden eingereicht. Der Planfeststellungsbeschluss wird dann für den Jahreswechsel 2014/15 erwartet. Im Herbst 2012 beginnt Femern A/S mit der Vorauswahl der Bauunternehmerkonsortien, die später zur Teilnahme an den Ausschreibungen für die Hauptbaulose eingeladen werden. Es wird erwartet, dass die Bauaufträge im Sommer 2015 erteilt werden.

Der revidierte Zeitplan wirkt sich unmittelbar nur auf die gegenwärtige Planungsphase aus. Die eigentliche Bauzeit für den Absenktunnel wird nach wie vor auf sechseinhalb Jahre veranschlagt. Mit dem neuen Zeitpunkt für Auftragserteilung und Baubeginn im Sommer 2015 wird die Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung nunmehr gegen Ende 2021 erwartet.

Es ist unwahrscheinlich, dass der neue Zeitplan Auswirkungen auf die Gesamtkosten des Projekts haben wird, da die Kosten für die Planungsphase innerhalb des vorgesehenen Etats von 376 Mio. Euro (Preisstand 2008) verbleiben.

Die Baukostenschätzung für den Absenktunnel beläuft sich unverändert auf rund 5,5 Mrd. Euro (Preisstand 2008), und auch die Rückzahlungsdauer für das gesamte Fehmarnbeltprojekt einschließlich der dänischen Hinterlandanbindung bleibt unverändert bei 39 Jahren.

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