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MATTHIAS LAUBENSTEIN, Projektleiter für Portale, Rampen und Anbindungen

Matthias und der Tunnel, der ihn nach Hause führt

Als Ingenieur habe ich bei vielen Tunnelprojekten in China, Deutschland und Österreich gearbeitet. Ich komme aus Deutschland, und die Vorstellung einmal in Dänemark zu arbeiten, hat mich schon immer fasziniert. Jedes Jahr verbringe ich meinen Urlaub in Skandinavien, vor allem in Jütland. Daher freue ich mich wie ein kleines Kind darüber, beim Bau des 18 Kilometer langen Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark dabei zu sein.

Neun Jahre schon arbeite ich für das Projekt. Ich war für das Planfeststellungsverfahren in Deutschlandverantwortlich. Diese Arbeit war sehr interessant, herausfordernd und manchmal sogar unterhaltsam. Ich habe mich mit Planungen auf vielen verschiedenen Ebenen auseinandergesetzt, hatte viele Freiheiten, und meine Kollegen haben mich gut dabei unterstützt. Nun bin ich für die Portale und Rampen verantwortlich, das heißt für die Tunnelein-und –ausfahrten für Autos und Züge. Diese neue Aufgabe ist ebenfalls sehr spannend.

Man könnte davon ausgehen, dass deutsche und dänische Ingenieure sehr ähnlich arbeiten, doch gibt es so einige Unterschiede. Die Dänen sind innovativ und wollen die neuesten technischen Lösungen anwenden, während die Deutschen sich ganz genau an den Plan halten.  Manchmal beneide ich die Dänen schon, und würde auch gern über diese mentale Freiheit verfügen. Aber ich habe natürlich ein deutsches Gemüt, und ich trete dann schon einmal auf die Bremse, wenn meine dänischen Kollegen mit Begeisterung ihre Ideen vortragen. Wir ergänzen uns jedoch sehr gut. Wir versuchen einander zu verstehen, und dadurch, dass wir uns gegenseitig respektieren, finden wir gemeinsam die beste Lösung.

Mein persönlicher Stolz gilt gar nicht dem eigentlichen Tunnel. Mir geht es vielmehr um die Bedeutung, die er im Leben sehr vieler Menschen haben wird. Wie er die Region verändern und zu einem besseren Verständnis der deutschen beziehungsweise dänischen Kultur beitragen wird.

Ich freue mich auch persönlich auf den Tunnel, der mich schnell und bequem nach Hause zu meiner Familie bringen wird. Einmal in der Woche pendle ich zwischen Kopenhagen und Ostholstein. Die lange Fahrt kann ganz schön belastend sein. Wenn der Tunnel fertig ist, wird es nur zwei Stunden mit dem Zug dauern, und ich werde mehr Zeit für meine Familie, Freunde und Hobbys haben.

ICH FREUE MICH WIE EIN KLEINES KIND DARÜBER, BEIM BAU DES 18 KILOMETER LANGEN TUNNELS ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND DÄNEMARK DABEI ZU SEIN.