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CHRISTIAN HENRIKSEN, Leiter der Abteilung Planfeststellung Dänemark

Verantwortungsvolle Planung für die Bauphase

Wir bauen den längsten Absenktunnel der Welt und schaffen dadurch auch eine neue Region für Millionen von Menschen. Weil es uns wichtig ist, dass alles ordnungsgemäß umgesetzt wird, sorgen wir dafür, dass alle zu Wort kommen und gehört werden. Das ist mein persönliches Ideal: Es darf nichts zu beanstanden geben, wenn der Tunnel fertig ist.

Ich bin dafür verantwortlich, alle Genehmigungen von dänischen Behörden einzuholen und ebne somit den Weg für die eigentlichen Bauarbeiten. In meiner Abteilung sind wir sozusagen die Eisbrecher für das Projekt: Wir gehen voraus und räumen alle Probleme beiseite, bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.

Ich bin häufig in Rødbyhavn und spreche viel mit den Anwohnern und Vertretern der Behörden. Wir organisieren Treffen mit den Anwohnern und Grundstückseigentümern in Rødbyhavn, informieren über das Projekt und pflegen den Dialog. Diese Arbeit ist wichtig, um die Arbeiten am Fehmarnbelt-Tunnel ordentlich umsetzen zu können.  

Das Projekt ist sehr komplex: Wir bauen den längsten Absenktunnel der Welt, gleichzeitig entsteht eine ganz neue Region. Der Fehmarnbelt-Tunnel bringt Impulse für die kurz- und langfristige regionale Entwicklung mit sich. Während und nach den Bauarbeiten wird das Projekt das Leben vieler Menschen verändern – und einigen von ihnen wäre es lieber, wenn alles beim Alten bliebe. Darum ist der Dialog so wichtig: Alle sollen sich gehört fühlen, und alles muss korrekt ablaufen. Das bedeutet auch, dass der Fehmarnbelt-Tunnel eines der europäischen Infrastrukturprojekte ist, die am gründlichsten vorbereitet wurden. Es darf hier nichts zu beanstanden geben.

Ich finde es sehr inspirierend, an einem so großen und umfangreichen Projekt beteiligt zu sein. Es ist auch sehr spannend, sich in die Materie einzuarbeiten und mehr über die technische Bauausführung zu lernen. Ich kann mich genau daran erinnern, wie mir die Bauarbeiten zum ersten Mal beschrieben wurden. 89 Tunnelelemente werden an Land produziert, und jedes Element wiegt mehr als 70.000 Tonnen. Anschließend schleppt man sie in den Fehmarnbelt, wo sie dann mit großer Genauigkeit auf den Meeresboden abgesenkt und mit hydraulischer Technik verbunden werden – Tunnelelement für Tunnelelement. Das ist schon sehr faszinierend!

Persönlich bin ich von dem Projekt sehr begeistert. Ich habe fast das Gefühl, dass es für mich vorbestimmt war, am Bau des Fehmarnbelt-Tunnels mitzuwirken und Dänemarks lange Tradition, Länder und Inseln mit Brücken und Tunneln miteinander zu verbinden, weiterzuführen. Ich bin in einem Dorf bei Slagelse auf Seeland aufgewachsen. Auf meinem Weg zum Gymnasium bin ich jeden Tag mit meinem Fahrrad durch eine hügelige Landschaft gefahren. Von einer Anhöhe aus hatte ich Blick auf den Großen Belt und konnte jeden Tag den Bau der Großen-Belt-Brücke mitverfolgen. Damals dachte ich mir: Das ist großartig. Sollte jemals wieder ein so großes Infrastrukturprojekt gebaut werden, dann will ich dabei sein.

Fast die Hälfte meines Berufslebens bin ich jetzt schon am Projekt Fehmarn-Tunnel beteiligt. Seit 2009 bin ich dabei und sehr dankbar für die Zeit. Wenn jetzt die Bauarbeiten so richtig losgehen, möchte ich natürlich auch dabei sein.


DER DIALOG IST SO WICHTIG – ALLE SOLLEN SICH GEHÖRT FÜHLEN, UND ALLES MUSS KORREKT ABLAUFEN. DAS BEDEUTET AUCH, DASS DER FEHMARNBELT-TUNNEL EINES DER EUROPÄISCHEN INFRASTRUKTURPROJKETE IST, DIE AM GRÜNDLICHESTEN VORBEREITET WURDEN. ES DARF HIER NICHTS ZU BEANSTANDEN GEBEN.