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Selbstrettung in sichere Bereiche nach einem Unfall

Bei einem Unfall können die Verkehrsteilnehmer eigenständig in sichere Bereiche gelangen, bis die Einsatzkräfte aus Dänemark und/oder Deutschland eintreffen.

Verkehrsteilnehmer, Bahnreisende und Zugpersonal im Fehmarnbelttunnel können sich bei einem Unfall selbst in Sicherheit bringen, bis Feuerwehr und Rettungsdienst Hilfe leisten können. Femern A/S hat die Konstruktion des Tunnels so optimiert, dass die Selbstrettung so einfach und effektiv wie möglich funktioniert.

Schnelle Fluchtwege 

Alle 110 m sind die Tunnelröhren über Notausgänge verbunden. Dies erleichtert es allen Personen im Tunnel, sich in Sicherheit zu bringen. Der wichtigste Faktor für eine zügige Selbstrettung ist nämlich der Abstand zum nächsten Notausgang. Dieser Abstand ist erheblich kürzer als gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt: Personen, die sich in der Nähe einer Unfallstelle befinden, müssen höchstens 110 m bis zu einem Notausgang zurücklegen, durch den sie in einen sicheren Bereich in einer der angrenzenden Tunnelröhren gelangen können.

Selbstrettung im Straßentunnel 

In den Straßentunnelröhren werden die Verkehrsteilnehmer über Anzeigetafeln, Lautsprecher und das Autoradio informiert. Im Falle eines schweren Unfalls in einer der Tunnelröhren werden Betroffene, die nicht selbst aus dem Tunnel fahren können, aufgefordert, sofort ihre Fahrzeuge zu verlassen und sich durch den nächstgelegenen Notausgang in Sicherheit zu bringen. Die Notausgänge führen direkt in einen sicheren Bereich in der benachbarten Straßenröhre. Hier kann man sich sicher aufhalten, bis die Rettungsdienste eintreffen. 


Die Zeichnung zeigt den Fluchtweg zu einem sicheren Bereich bei der Evakuierung aus einer Straßentunnelröhre  
Die Notausgänge zwischen den fünf Tunnelröhren befinden sich in einem Abstand von ca. 110 Metern. Egal, wo sich im Tunnel ein Unfall ereignet, ist der Weg zum nächsten Notausgang also sehr kurz.

Wussten Sie schon...?

...dass der wichtigste Faktor für eine zügige Selbstrettung der Abstand zum nächsten Notausgang ist?

...dass alle 110 m die Tunnelröhren über Notausgänge verbunden sind, und dass dieser Abstand erheblich kürzer ist als gesetzlich vorgeschrieben?  

Selbstrettung im Eisenbahntunnel 

Bricht in einem Zug im Tunnel ein Feuer aus, werden die Bahnreisenden gebeten, die Wagen aufzusuchen, die nicht von dem Feuer betroffen sind, während der Zug  direkt zu der sogenannten Brandbekämpfungsstelle unmittelbar außerhalb des Tunnels weiterfährt. Von hier aus können die Bahnreisenden den Zug sicher über Evakuierungswege verlassen, die direkt zu einem Rettungsplatz im Freien führen. 

Bricht in einem Zug ein Feuer aus, das sich nicht mit den im Zug vorhandenen Feuerlöschern löschen lässt und kann der Zug den Tunnel nicht verlassen, müssen die Reisenden evakuiert werden. Das Zugpersonal, das für solche Situationen geschult wird, leitet die Evakuierung sofort ein. Die Bahnreisenden sollen dem ausgewiesenen Fluchtweg folgen und über die Notgehwege und Notausgänge zum Standstreifen der inneren Straßenröhre zu gehen. Die Notausgänge der inneren Bahnröhre führen direkt zum sicheren Bereich auf dem Standstreifen der inneren Straßenröhre. So können Bahnreisende den Brandherd verlassen, ehe es zu Schädigungen aufgrund der Rauchentwicklung in der Unfallröhre kommt. Von dem sicheren Bereich in der Straßenröhre können alle Evakuierten den Tunnel entweder mit Bussen oder zu Fuß sicher verlassen. Eine Evakuierung aus dem Zug dauert nur wenige Minuten.

Im Falle eines Störfalls in der äußeren Bahnröhre werden die Bahnreisenden die innere Bahnröhre auf dem Fluchtweg kreuzen. An den Notausgängen erlauben Treppen und Platten über den Schienen, dass die Bahnreisenden das Gleis zum sicheren Bereich im Straßentunnel sicher überqueren können. 


Die Zeichnung zeigt den Fluchtweg zu einem sicheren Bereich bei der Evakuierung aus einem Eisenbahntunnel  


Sobald in der Verkehrsleitzentrale ein Störfall in einer Eisenbahnröhre erfasst wird, wird die Zufahrt zu den Straßenröhren mit einer Schranke blockiert, sodass keine weiteren Fahrzeuge in die Straßentunnel einfahren können. Über die Wechselverkehrsschilder kann die Geschwindigkeit im Straßentunnel gesenkt und die sich noch im Tunnel aufhaltenden Fahrzeuge auf den Überholstreifen in größtmöglichem Abstand zum Standstreifen gelenkt werden. Der Standstreifen stellt in diesem Fall den sicheren Bereich dar, da der Straßenverkehr an der Tunneleinfahrt unterbrochen wird und die letzten Fahrzeuge in der Röhre vom Standstreifen weggelenkt werden. 

Die evakuierten Fahrgäste können sich sicher auf dem Standstreifen des Straßentunnels aufhalten, bis Rettungsbusse ankommen und sie aus dem Tunnel bringen.

Gefährliches Ereignis in einer Eisenbahnröhre

Bahnunfälle passieren äußerst selten. Und ein Ereignis, bei dem ein Zug in Brand gerät, ist noch seltener. Darüber hinaus wird ein Zug, in dem ein Brand ausgebrochen ist, fast immer noch in der Lage sein, aus dem Tunnel zu fahren.

Für den äußerst seltenen Fall, dass im Eisenbahntunnel oder in einem Zug ein Brand ausbricht, werden die Verkehrsleitzentrale des Tunnels und die Zugleitstelle in Kopenhagen umgehend veranlassen, dass der gesamte Verkehr auf dem Weg zum Tunnel angehalten wird. Züge, die vielleicht schon in den Tunnel eingefahren sind, können normalerweise ihre Fahrt in Vorwärts- oder Rückwärtsrichtung fortsetzen, ohne von dem Brand betroffen zu sein. Es gelten strenge gesetzliche Brandschutzauflagen für das Zugmaterial selbst als auch für das Zuginventar (Sitze, Böden, Barrieren zwischen Wagen usw.).

Bricht in einem Zug ein Brand aus, werden die Fahrgäste daher gebeten, sich in die anderen Wagen in Sicherheit zu bringen, die nicht von dem Feuer betroffen sind. Der Zug wird dann direkt zu der sogenannten Brandbekämpfungsstelle unmittelbar außerhalb des Tunnels weiterfahren. Von hier aus können die Fahrgäste den Zug sicher über die angelegten Evakuierungswege verlassen, die zu einem Rettungsplatz im Freien führen.

Wird in einer der Eisenbahnröhren ein Brand erkannt, aktiviert das Personal in der Verkehrsleitzentrale umgehend die Ventilationsanlage, um in der nicht betroffenen Röhre einen Überdruck zu erzeugen. Dieser Druckunterschied verhindert eine etwaige Ausbreitung von Rauch aus der Unfallröhre in die anderen Röhren. 

Für den seltenen Fall, dass in einem Zug ein Brand ausbricht, der sich nicht mit den im Zug vorhandenen Feuerlöschern löschen lässt, und der Zug den Tunnel nicht verlassen kann, muss er evakuiert werden. Die Fahrgäste müssen dann dem Fluchtweg in der Eisenbahnröhre bis zum sicheren Bereich auf dem Standstreifen des Straßentunnels folgen. Eine solche Evakuierung aus dem Zug dauert nur wenige Minuten. So können Fahrgäste die Unfallröhre verlassen, bevor es zu Schädigungen aufgrund der Rauchentwicklung kommt.