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Begrenzung von Schadensvorfällen

Das Tunneldesign und zahlreiche technische Anlagen tragen dazu bei, Unfälle und Schadensvorfälle einzugrenzen, falls sie eintreten sollten.

Der Fehmarnbelt-Tunnel ist so konstruiert, dass sowohl das Unfallrisiko minimiert wird als auch die Folgen von Unfällen, wenn sie dennoch einmal im Tunnel eintreten sollten.

Im Tunnel werden Hochleistungslüftungsanlagen installiert, die unter anderem sicherstellen, dass der Rauch von einem etwaigen Brand schnell entfernt und in Richtung des Verkehrs aus dem Tunnel geblasen wird. Jede Tunnelröhre kann unter leichten Überdruck gesetzt werden, so dass kein Rauch aus einer Nachbarröhre eindringen kann. So gelangen die Verkehrsteilnehmer im Brandfall schnell in einen sicheren, rauchfreien Bereich – durch einen der Notausgänge, die alle 100 Meter in die benachbarte Tunnelröhre führen. Von dort aus können alle Betroffenen schnell aus dem Tunnel evakuiert werden.

Wenn sich ein Unfall ereignet, bemerkt die rund um die Uhr besetzte Leitzentrale des Tunnels das sofort. Das dortige Personal kann den Verkehr unter anderem mit Kameras überwachen und dabei schnell auf Unfälle reagieren und Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste alarmieren.

Durch Streifenfahrzeuge sowie das computergestützte Verkehrsleitsystem mit zugehörigen Wechselverkehrszeichen und Funksignalen, die von Autoradios empfangen werden, können der Verkehr angehalten und sämtliche Fahrzeuge schnell aus dem Tunnel herausgeleitet werden.

Durch die Überwachung ist zudem erkennbar, ob sich ein bestimmtes Fahrzeug besonders langsam bewegt. Das Personal in der Leitstelle wird automatisch auf diesen möglichen Störfall aufmerksam gemacht und kann schnell eingreifen. Andere Systeme überwachen Luftqualität und Temperatur im Tunnel. Für die Soforthilfe im Tunnel stehen auch Notruftelefone und eine Löschausrüstung zur Verfügung, die Verkehrsteilnehmer nutzen können, bis Hilfe eintrifft. Diese Einrichtungen sind in einem Abstand von ca. 100 Metern angeordnet. So können die Folgen von Unfällen und anderen Schadensvorfällen im Tunnel begrenzt werden.

Das Personal der Leitzentrale des Fehmarnbelt-Tunnels überwacht den Verkehr im Tunnel rund um die Uhr und kann schnell auf Unfälle reagieren und Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste alarmieren.

Wussten Sie schon...?

... dass im Fehmarnbelt-Tunnel das gleiche Längslüftungsprinzip zur Anwendung kommt wie im Öresundtunnel, in dem sich seit seiner Eröffnung 2000 noch kein einziger schwerer Unfall ereignet hat?

... dass der Fehmarnbelt-Tunnel insgesamt sicherer sein wird als die meisten Straßen- und Eisenbahnstrecken an Land?

Im Brandfall können die Fahrzeuge, die den Brandherd passiert haben, einfach aus dem Tunnel ausfahren. Fahrzeuge, die vor einem Brandherd zum Anhalten gezwungen sind, werden nicht dem Rauch ausgesetzt sein, da dieser in Fahrtrichtung nach vorne geblasen wird, während von hinten Frischluft in den Tunnel gelangt. Die Fahrzeuginsassen können ihre Fahrzeuge verlassen und sich über einen der Notausgänge in einen sicheren Bereich begeben.

Je nachdem, wie ernst ein Zwischenfall ist, können Autos und Züge in den anderen Tunnelröhren schnell angehalten werden. Dadurch wird es für Autofahrer und Fahrgäste in angehaltenen Autos und Zügen sicherer, den Unfallort zu verlassen und sich in eine sichere, rauchfreie Tunnelröhre zu begeben. Gleichzeitig ermöglicht dieses System die bestmöglichen Arbeitsbedingungen für Rettungsdienste und die Feuerwehr.

Alle tragenden Teile des Tunnels sind speziell gegen die Einwirkung hoher Temperaturen geschützt, damit die Statik keinen Schaden nimmt. So halten zum Beispiel die Betonkonstruktionen Bränden mit Temperaturen bis zu 1.350 °C über mehrere Stunden stand.