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Wenn sich ein Unfall im Tunnel ereignet – Begrenzung der Folgen

Die baulichen Eigenschaften des Tunnels und eine Reihe von technischen Anlagen tragen dazu bei, Unfälle und Schadensereignisse und deren Folgen zu begrenzen.

Der Fehmarnbelttunnel ist so konstruiert, dass einerseits das Unfallrisiko und andererseits die Folgen von Unfällen, sollten sie dennoch einmal eintreten, gering gehalten werden.

Im Tunnel werden Hochleistungslüftungsanlagen installiert, die unter anderem sicherstellen, dass der Rauch von einem etwaigen Brand schnell in Richtung des Verkehrs aus dem Tunnel geblasen wird. Die anderen Tunnelröhren können unter leichten Überdruck gesetzt werden, sodass der Rauch aus der Unfallröhre sich nicht ausbreiten kann. Im Brandfall können Fahrzeuge im Straßentunnel hinter einem Brandherd einfach aus dem Tunnel ausfahren. Fahrzeuge, die vor einem Brandherd anhalten müssen, werden nicht dem Rauch ausgesetzt sein, da dieser in Fahrtrichtung nach vorne geblasen wird, während von hinten Frischluft in den Tunnel gelangt. Die Insassen dieser Fahrzeuge können diese verlassen und sich über einen der Notausgänge in einen sicheren Bereich in der nicht vom Unfall betroffenen Straßenröhre begeben. Notausgänge sind etwa alle 110 Meter angelegt. Von dem sicheren Bereich können alle Verkehrsteilnehmer entweder mit Bussen aus dem Tunnel gebracht werden oder ihn selbst zu Fuß verlassen.

Wenn es zu einem Unfall oder einem gefährlichen Ereignis kommt, wird dies in der Verkehrsleitzentrale des Tunnels und in der Zugleitstelle in Kopenhagen sofort registriert. Diese Leitstellen sind rund um die Uhr besetzt und stehen miteinander in Kontakt. Das Personal in der Verkehrsleitzentrale des Tunnels kann den Straßenverkehr unter anderem mit Kameras überwachen und dadurch schnell auf Unfälle reagieren sowie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst alarmieren.

Über Wechselverkehrsschilder kann die Verkehrsleitzentrale den Verkehr im gesamten Tunnel beeinflussen und mit Schranken vor dem Tunnel dafür sorgen, dass keine weiteren Fahrzeuge in den Tunnel einfahren. Außerdem können die Fahrer über eine Lautsprecheranlage im Straßentunnel oder per Funk direkt an das UKW- und DAB-Radio über die Unterbrechungsfunktion informiert werden. 

Detektoren im Tunnel registrieren, ob sich ein Fahrzeug oder Zug langsam bewegt oder angehalten hat und informieren automatisch das Personal in den Leitzentralen.

Wussten Sie schon...?

... dass der Fehmarnbelttunnel statistisch gesehen mindestens genauso sicher sein wird wie entsprechende Straßen und Bahnstrecken auf freier Strecke über Land in Dänemark?

Detektoren im Tunnel registrieren, ob sich ein Fahrzeug oder Zug langsam bewegt oder angehalten hat. Dann wird das Personal in den Leitzentralen automatisch auf einen möglichen Störfall aufmerksam gemacht, der ein schnelles Eingreifen verlangt.  

Andere Systeme überwachen Luftqualität und Temperatur im Tunnel. Im Tunnel stehen an allen Notausgängen Notruftelefone und Löschausrüstung zur Verfügung, die die Verkehrsteilnehmer nutzen können, bis Hilfe eintrifft. So können die Folgen von etwaigen Unfällen im Tunnel eingegrenzt werden.

Kommt es zu einem ernsten Zwischenfall, kann der Straßenverkehr mithilfe von Schranken im Bereich der Tunneleinfahrten zügig angehalten werden. Ebenso kann die Zugleitstelle den Zugverkehr außerhalb des Tunnels anhalten. Fahrzeuge, die schon in den Tunnel eingefahren sind, können entweder noch aus dem Tunnel fahren oder werden durch Anzeigen auf den Wechselverkehrsschildern angehalten. Das bedeutet, man kann sich sicher von einer Unfallstelle weg in eine sichere, rauchfreie Tunnelröhre begeben. Gleichzeitig bieten sich den Einsatz- und Rettungsdiensten so bestmögliche Arbeitsbedingungen.

Wände und Decken des Tunnels sind mit einer feuerhemmenden Verkleidung bedeckt, sodass die Betonkonstruktionen Brandlasten mit Temperaturen bis zu 1.350 °C über drei Stunden standhalten können.