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Verbindung der Tunnelelemente

Durch einen Hydraulikarm wird jedes abgesenkte Tunnelelement dicht an das vorhergehende Element herangezogen.

Damit die Verbindung der beiden Tunnelelemente hundertprozentig dicht wird, wird jedes Tunnelelement in der Fabrik mit einer eigens konstruierten, rechteckigen Gummidichtung versehen, die die Anschlussseite des Elements an allen Außenkanten bedeckt.

Der Hydraulikarm ist mit einem Haken ausgestattet, der in eine Öse auf dem neuen Element greift und es so an das Tunnelende heranzieht, bis die Gummidichtung vollflächig am vorhergehenden Element aufliegt. Dadurch entsteht eine wasserdichte Kammer zwischen den Stahlschotten an den Enden der beiden Elemente.

Die Elastizität der Gummidichtung erlaubt es nun, den hohen Wasserdruck auf der Gegenseite des neuen Elements dazu zu nutzen, dieses dicht auf das vorhergehende Element aufzupressen.

Tunnel element from the Oresund construction
Ein fertiges Tunnelelement für den Öresundtunnel mit schwarzer, rechteckiger Gummidichtung an der Außenkante. Die roten Metallplatten sind wasserdichte Schotten aus Stahl.

Weil sich die Gummidichtung der Tunnelelemente verformen kann und zusammendrücken lässt, werden die Elemente durch den Wasserdruck vollkommen dicht miteinander verbunden.

Wussten Sie schon...?

... dass alle mechanischen und elektrischen Anlagen, die Platz und Wartung erfordern, in den Spezialelementen in einer zusätzlichen Ebene unter Straße und Schiene untergebracht sind? So können die Standardelemente technisch einfacher gestaltet werden und eignen sich besser für die Serienfertigung.

... dass in Rødbyhavn auf Lolland eigens eine Fabrik für die Herstellung der Tunnelelemente errichtet wird?

Hundertprozentig dicht dank Wasserdruck

Der Wasserdruck wirkt auf folgende Weise: In dem Zwischenraum zwischen den beiden zu verbindenden Elementen befindet sich anfangs Wasser. Nachdem der Hydraulikarm die beiden Elemente aneinander gezogen hat, pumpen die Bauarbeiter das Wasser aus dem Zwischenraum ab. Durch das Abpumpen des Wassers zwischen den Schotten fällt der Druck zwischen den beiden Elementen auf den normalen Luftdruck (1 bar) ab. Am gegenüberliegenden Ende des angesetzten Elements liegt jedoch ein sehr hoher Wasserdruck an, dessen genauer Wert sich nach der jeweiligen Tiefe im Fehmarnbelt richtet. Der Druck von 30 Meter Wassersäule entspricht dabei einem Druck von rund 3 bar.

Auf das freie Ende des Tunnelelements wirkt also eine enorme Kraft ein, die es weiter an das vorhergehende Element andrückt. Man muss sich das so vorstellen, dass das Element durch das Gewicht von 15.000 Tonnen Wasser an das vorherige Element gedrückt wird. Weil sich die Gummidichtung verformen kann und zusammendrücken lässt, werden die Elemente vollkommen dicht miteinander verbunden.


Querschnitt zweier Tunnelelemente, die hundertprozentig dicht miteinander verbunden werden, indem das Wasser aus dem Zwischenraum abgepumpt wird. Die senkrechten roten Linien stellen die wasserdichten Schotten der Elemente dar.

Nachdem die wasserdichte Versiegelung mittels Gummidichtung erreicht ist, wird die Fuge zwischen den Elementen mit Stahlbeton verschlossen. Zum Schluss werden die wasserdichten Stahlschotten zwischen den Elementen entfernt. Die technischen Anlagen im Inneren können installiert werden.