Femern
Search

Neun Bauabschnitte

Der Bau des Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark gliedert sich in mehrere Phasen, die jeweils mehrere Jahre dauern.

Im Zuge der Vorbereitungen für den Bau des Fehmarnbelttunnels wurden umfangreiche Voruntersuchungen, Planungen und Umweltuntersuchungen durchgeführt. Der Bau des Tunnels und der Anschlussbauten an Land beginnt, sobald die endgültige Genehmigung seitens der unterstützenden Parteien im dänischen Parlament vorliegt, die Aufträge an die Bauunternehmen vergeben wurden und der Planfeststellungsbeschluss in Deutschland erlassen wurde.

Das Bauvorhaben ist in mehrere Unterphasen aufgeteilt, die einen effizienten Verlauf garantieren. Einige dieser Phasen überlappen sich zeitlich, sodass mitunter mehrere Arbeiten gleichzeitig stattfinden:

1. Vorbereitung der Baustelle: Ein Gebiet östlich von Rødbyhavn wird für das Bauprojekt vorbereitet. In diesem Gebiet liegen unter anderem die künftige Produktionsstätte für Tunnelelemente und die Flächen, auf denen Unterkünfte für die Arbeiter errichtet werden sollen. Zu den vorbereitenden Arbeiten zählt unter anderem der Ausbau von Straßen zur Produktionsstätte.

2. Bau der Produktionsanlagen und der zugehörigen Arbeitshäfen: Östlich von Rødbyhavn wird eine Fabrik zur Herstellung der 89 Stahlbetonelemente errichtet, aus denen der Tunnel zusammengefügt werden soll. Außerdem wird eine Wohnanlage für die Tunnelbauarbeiter gebaut.

3. Anlage der Arbeitshäfen: Sowohl auf Fehmarn als auch in Rødbyhavn auf Lolland werden Arbeitshäfen eingerichtet. Über die Häfen werden große Mengen an Baumaterial angeliefert, die für den Tunnelbau benötigt werden. Der Arbeitshafen in Rødbyhavn wird der weitaus größere der beiden sein, da hier die Tunnelelemente produziert werden. Für den dänischen Arbeitshafen werden etwa sechs Schiffsladungen pro Monat erwartet. Der Hafen dient auch dazu, die fertigen Tunnelelemente aus der Fabrik auf den Fehmarnbelt zu schleppen.

4. Aushubarbeiten im Fehmarnbelt: Am Meeresboden wird ein 17,6 Kilometer langer Graben von Deutschland nach Dänemark ausgehoben, in den die etwa 40 m breiten und bis zu 15 m hohen Tunnelelemente abgesenkt, dort miteinander verbunden und anschließend abgedeckt werden. Das Aushubmaterial aus dem Graben wird zum Anlegen neuer Küstenbereiche bei Rødbyhavn und in weitaus kleinerem Umfang auch bei Puttgarden verwendet.

5. Errichtung von Portalbauten: Portalbauten werden zu beiden Seiten des Fehmarnbelts errichtet, um die Anbindung des Tunnels an Land zu bewerkstelligen. Sie nehmen die Ein- und Ausfahrtsrampen für Straße und Bahn auf und verbinden diese mit den vorhandenen und teilweise neugebauten Fernstraßen und Bahntrassen an Land.

6. Fertigung und Montage der Tunnelelemente: Die Tunnelelemente werden in der Fabrik bei Rødbyhavn hergestellt und von dort nacheinander mit Schiffen auf den Fehmarnbelt geschleppt. Die Tunnelelemente werden eines nach dem anderen von beiden Küsten her in Richtung Mitte des Fehmarnbelts angesetzt.

7. Einbau von technischen Anlagen und Tunnelausstattung: Femern A/S baut die Autobahn und die Bahnanlagen sowie alle benötigten technischen, elektrischen und mechanischen Anlagen in den Tunnel ein.

8. Tests und Eröffnung: Die technischen Anlagen sowie die Sicherheits- und Rettungsprozeduren für den Tunnel werden getestet und behördlich genehmigt, bevor der Tunnel dem Verkehr übergeben wird. Die vorübergehend genutzten Land- und Küstenflächen werden wiederhergestellt, die Tunnelfabrik und der Arbeitshafen werden rückgebaut.

9. Landgewinnungsflächen: Der größte Teil des ausgehobenen Meeresbodens wird für Landgewinnungsflächen auf Lolland und Fehmarn genutzt. Strände und Dünen sowie Natur- und Weideflächen werden die Landschaft dieser Flächen prägen. Teile der Landgewinnungsflächen vor Lolland werden als Naturersatzflächen angelegt. Die Landgewinnungsflächen werden parallel zu den Aushubarbeiten am Meeresboden aufgeschüttet. Sie werden sich vor Fehmarn und Lolland rund 500 Meter in den Fehmarnbelt erstrecken. Das entspricht etwa dem Abstand, den die Molen der Fährhäfen in Puttgarden und Rødbyhavn zur Küste haben.

Der Fehmarnbelt-Tunnel wird der weltweit längste Absenktunnel, doch die Baumethoden sind bewährt. Der Tunnelabschnitt der Öresundquerung wurde auf gleiche Weise gebaut. 

DAS PROJEKT IST IN MEHRERE PHASEN AUFGETEILT, DIE EINEN EFFEKTIVEN UND STÖRUNGSFREIEN VERLAUF GARANTIEREN. EINIGE PHASEN ÜBERLAPPEN SICH ZEITLICH, SODASS MITUNTER MEHRERE ARBEITEN GLEICHZEITIG STATTFINDEN.